LUST AM LEBEN! Mein Leben als Bestatterin

August 1, 2017

 6. Begegnung mit den Verstorbenen

 Die ersten Begegnungen mit Verstobenen die ich nicht kannte, waren bereits in meinem ersten Beruf als Floristin. Am Anfang gab es, wie bei den meisten Menschen Berührungsängste. Die Situation wenn ein Sarg noch einmal geöffnet wurde, war immer mit einem beunruhigendem Gefühl verbunden.

 

 

 

Dieses nicht wissen, was ich gleich sehen werde, wie hat sich der Mensch bereits verändert, ist er oder sie verletzt, sieht er oder sie leidend aus? Fragen die im Sekundentakt durch den Kopf eilten. Der Tod ist ein Mysterium gewesen, unbekannt, neu, ungewohnt. Diese Begegnungen bringen mit sich, dass man die eigene Endlichkeit versteht, erfährt und spürt. Ein Erleben von dem wir in unserer Zeit weit, weit weg ist. Und plötzlich denkt man: wow, irgendwann werde ich da liegen. 


Genau an diesem Punkt, kam das Gefühl, dieser Mensch soll/muss versorgt sein, aufgehoben sein in seiner Schutzlosigkeit. Er ist nach wie vor ein Mensch, auch wenn dieser Körper vielleicht nur noch eine Hülle ist. Er braucht jemanden der sich um ihn kümmert, der ihm "Gutes" tut, der ihn begleitet auf seiner Reise, körperlich wie geistig. Achtung, Respekt, Zuwendung und Fürsorge für diesen Menschen, von dem wir nicht wissen, wo er sich jetzt befindet, das waren wichtige Gedanken, die ein Handeln in Gang brachten. Die die Scheu der ersten Berührungen überwinden liessen. 


Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die meisten Verstorbenen etwas sehr friedliches haben, dass sich Gesichtszüge entspannen, wenn wir ihn mit Menschlichkeit und Fürsorge begegnen, ihn versorgen. Dabei geht es mir um ein einlassen auf diesen Menschen, den ich in der Regel als Lebenden nicht kannte. Ein eintauchen, sich einlassen auf ihn und spüren, was könnte er jetzt "brauchen". Manchmal sind es ganz kleine Dinge, ein paar Socken, noch einmal das Lieblingsöl, die Lieblingscreme benutzen, das geliebte Parfüm versprühen. All dies kann geschehen wenn ich alleine mit dem Verstorbenen bin oder mit den Angehörigen zusammen.

So hat der Anblick des Todes seinen Schrecken verloren. 


In meinem Praktikum bei Susanne Jung haben wir viel gesprochen bei oder oft auch nach der Versorgung unserer Verstobenen. Meist war es still zwischen uns Dreien, aber es gab auch andere Situationen, wo wir viel mit dem Verstobenen gesprochen haben. Letztlich "bestimmt" der Verstorbene wie diese Begegnung verläuft. Dazu braucht es Zeit und Ruhe. Bei Abschiednahmen mit den Angehörigen erlebt man meist ähnliches. Die Menschen treten ein und sind ruhig, bewegen sich langsam und oft auch zögerlich, fast ehrfürchtig. Wenn sich das Gefühl an den Anblick gewöhnt hat, dann kommt es zu ersten Worten, ersten Berührungen.  Annäherung wir möglich. Ein Verstehen und Begreifen (im Wortsinn!) tritt ein.  

 

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