LUST AM LEBEN! Mein Leben als Bestatterin

September 18, 2017

11. Ich bezeichne mich als "alternative" Bestatterin!

Was bedeutet das eigentlich?

Den grossen Unterschied zwischen klassischen Bestattungsinstituten und den alternativen Bestattern ist die Art der Begleitung.

Es geht um den Weg, den wir gemeinsam machen. Von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zur Beerdigung sind alle Schritte nachvollziehbar. So wissen Angehörige immer, wo der Verstorbene gerade ist. Und noch mehr. Sämtliche Schritte können jederzeit begleitet werden, ob es das gemeinsame Waschen und Anziehen ist oder auch noch einmal Zeit gemeinsam zu haben. Auch eine Begleitung ins Krematorium ist möglich. 

 

Was braucht es dazu? 

Ich denke es sind mehrere Faktoren notwendig, die man mitbringen sollte, um so arbeiten zu können:

 

- OFFENHEIT

Mir ist es wichtig, mich einzulassen auf die Menschen die zu mir kommen. Ein offenes Herz zu haben, mit zu fühlen, was gerade passiert (ist). Keinerlei Vorurteile gegenüber religiösen, politischen oder sexuelle Ausrichtungen zu haben, sondern ganz im Gegenteil ein Interesse zu haben an den Menschen.

Ich fühle mich mich verantwortlich, diesen Menschen eine Grundlage zu ermöglichen, durch die sie aus dem Prozess des Abschiednehmes hervortreten um gestärkt nach vorne sehen zu können. 

 

- ZEIT

Zeit ist eine der wichtigsten Komponenten im Abschiednehmen.

Immer wieder bin ich mit den Angehörigen im Gespräch, frage nach und höre zu. So entwickelt sich ein Bild von den Gewohnheiten und Eigenschaften, ja von dem Leben des Verstorbenen. So finden wir gemeinsam heraus, was wirklich wichtig war für den Menschen und können neue Wege des Abschiednehmens gehen. Persönliche Wege, passende Riten, die richtige Ausstattung/Dekoration für die Trauerfeier. 

Ein Beispiel:

Vor kurzer Zeit hatte ich die Ehefrau und Tochter eines theateraffinen Mannes bei mir. Viele Geschichten und Anekdoten durfte ich erfahren und irgendwann sagte die Tochter: 

"Mein Vater wollte immer, dass es an seiner Beerdigung regnen soll."


Also baten wir die grosse Trauergemeinde, dass doch jeder eine Gießkanne, einen Wasserzerstäuber oder ähnliches mitbringen soll. Es war ein berührendes Bild. Vor der Kapelle standen in Reihen Behältnisse mit Wasser, weil natürlich der Tag der Beisetzung einer der wenigen Sonnentage dieses Sommers war. Auf dem Weg zur Grabstelle, sah man schwarzgekleidete Menschen mit bunten Giesskannen, Sprühflaschen und ähnlichem. Als die Urne gesenkt war, regnete es von alles Seiten, im Hintergrund spielte ein Trompeter. So konnten wir dem Wunsch des Mannes nachkommen und es war ein passendes Ritual indem alle vereint und gemeinsam einen letzten Wunsch erfüllen konnten.

 

- MUT

Individualität zeichnet unsere heutige Gesellschaft aus.

Jedes Leben hat seine Eigenheiten, seine Pirouetten, seine Leidenschaften. 


Manchmal braucht es Zureden und Unterstützung meinerseits, um dieses Leben noch einmal so zu zeigen wie es war.


Mut, weil wir oftmals von Bildern bisheriger Trauerfeiern geprägt sind. Da steht der Sarg oder die Urne weit vorne im Altarbereich, weit weg. Kleine Änderungen sind wichtig, um nicht nur Gast bei einer Trauerfeier zu sein, sondern sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. 


Vielleicht sind es diese kleinen Dinge, die berühren, die wachrütteln, die nochmal spürbar machen, was uns verbindet mit dem Verstorbenen.


Es gibt viele Möglichkeiten, einen Verstorbenen noch einmal in die Mitte der Menschen zu holen. 


Ein paar kleine Beispiele:


- Jeder Gast erhält ein Teelichtglas, dass er auf dem Sarg abstellen darf um kurz noch einmal in sich zu gehen 

- Die Urne mit den Seiten des Lieblingsbuches des Verstorbenen mit den Angehörigen zu bekleben

- Am Ende der Trauerfeier den Lieblingsrotwein bereithalten

- Die Kleidung, das Lieblingsgeschirr, ein Gegenstand eines Hobbys o.ä. in der Kapelle zu dekorieren

 

 

Das sind kleine Unterschiede mit grosser Auswirkung für die Trauernden. Es ist wichtig und wertvoll, dass sich eine zeitgemässe Bestattungskultur entwickeln kann. Im Sinne derer die uns vorangehen und aller die den Weg noch gehen werden.

 

 

 

 

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