LUST AM LEBEN! Mein Leben als Bestatterin

September 3, 2018

 

 

Ein Bein auf dem Weg zum Krematorium

 

Diesen Blogeintrag zu schreiben fällt mir sehr, sehr schwer. Warum?

Weil er mich persönlich betrifft und immer noch betroffen macht.


 

 

 

Seit fast zwei Jahren begleite ich einen meiner besten Freunde auf dem Weg durch diverse Krankenhäuser. Hintergrund dieser Situation ist ein Beininfarkt. Das hatte ich bis vor zwei Jahren noch nie gehört. Letzten Endes ist es eine Durchblutungsstörung aufgrund einer Arterienverengung in der Leiste. 

Immer wieder war die Situation bedrohlich, dies nun in Einzelheiten auszuführen, würde den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen. Nur soviel: Es wurde um das rechte Bein, besser um den rechten Unterschenkel mit allen medizinischen Mitteln gekämpft. Nicht mehr zählbare Operationen haben am Ende nun doch dazu geführt, dass der rechte Unterschenkel inklusive Knie amputiert werden musste. 

Ich als Bestatterin habe mich in diversen Foren von Menschen, die sich von Gliedmassen trennen mussten, schlau gemacht und las erstaunt, dass manche schrieben, wie gerne Sie sich im Nachgang von Ihrem Körperteil verabschieden hätten wollen. Diese Erkenntnis habe ich dann zur Sprache gebracht, sowohl mit dem Patienten, wie auch bei den Ärzten. Grosses Erstaunen in allen Gesichtern. Eigentlich merkwürdig, denn irgendwie ist es doch sehr nachvollziehbar, nur eben sehr ungewöhnlich - im ersten Moment. So kam der Tag der Amputation. Spät am Abend rief mich der Op-Bereich an, ich könnte nun das Bein abholen. Ich war sowieso vor Ort. Ein merkwürdiges Gefühl. Dieses Bein ist mir nach zwei Jahren bangen und hoffen sehr vertraut geworden. Und nun kann ich es abholen? Ich habe mein Fuhrunternehmen angerufen, die vorab schon informiert waren und wir sind gemeinsam in den OP-Bereich gegangen und haben das Bein abgeholt. Und da steht man dann, mit einem Bein in den Armen im Fahrstuhl. Eigenartig. Das Bein haben wir im Kühlfahrzeug, das normalerweise Menschen in Särgen transportiert, verstaut. Am nächsten Tag bin ich dem Bein im Krematorium begegnet und konnte es nach kurzer Zeit in einer kleinen Miniurne mit nach Hause nehmen. Wir werden sehen, welches Ritual wir gemeinsam gestalten werden, um das Bein zu verabschieden.

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